Geschichte der Paralympics

Geschichte der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele

Die Ausrichtung der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit wurde am 23. Juni 1894, mehr als 1500 Jahre nach dem Verbot der Olympischen Spiele der Antike, beschlossen. Sie wurden 1896 in Athen ausgetragen.

Den Grundstein dazu legte ein Student, der Franzose Pierre de Coubertin. Auf seinen Studienreisen durch England beeindruckte ihn die Erziehung in Internaten. In deren Sportunterricht wurde Zusammenhalt und Siegeswille in Wettspielen so vermittelt, dass die Schüler sie mit starker Begeisterung aufnahmen und die Spiele nicht in Streitigkeiten endeten. Nach Coubertins Erkenntnissen musste sich Sport am besten dazu eignen, um junge Menschen aus aller Welt zu vereinen. Coubertin entwickelte die Idee, die olympischen Spiele in einer zeitgemäßen Variante für alle Länder wieder zu beleben, um vor allem nationale Egoismen zu überwinden. Die „Jugend der Welt“ sollte sich fortan in sportlichen Wettkämpfen messen, anstatt sich auf dem Schlachtfeld zu töten. Sportinteressierte Vertreter aus aller Welt trafen daraufhin zusammen und bildeten das erste Internationale Olympische Komitee (IOC). Sie wählten die Sportarten aus, die olympische Disziplinen werden sollten und stellten die ersten Regeln auf. Coubertin wurde dessen Generalsekretär.

An den ersten Olympischen Sommerspielen der Neuzeit nahmen 13 Nationen teil: Bulgarien, Dänemark, das Deutsche Reich, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweden, die Schweiz, Ungarn, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und Australien.

Paralympische Spiele

Wie auch bei den Olympischen Spielen der Neuzeit liegt der Grundstein für die Paralympics in England. Waren es in den frühen 1890er Jahren die englischen Internate, die einen jungen Franzosen zum wiederbeleben der Antiken Spiele inspirierten, liegt der Ursprung der Paralympischen Spiele in einem südenglischen Hospital namens Stoke Mandeville in Aylesbury. Der dort praktizierende Arzt, Sir Ludwig Guttmann, veranstaltete erstmals 1948 die „Stoke Mandeville Games“. Guttmann hatte als einer der ersten Ärzte überhaupt erkannt, welche positiven Effekte Sport auf gelähmte Patienten hatte. An den ersten Wettkämpfen nahmen 14 Männer und Frauen mit Rückenmarksverletzungen aus dem II. Weltkrieg teil.

1988 in Seoul wurde der Begriff „Paralympics“ erstmals offiziell verwendet. Zuvor hatte man ausschließlich von den „Weltspielen der Gelähmten“ oder den „Weltspielen der Behinderten“ gesprochen. Seit 1988 werden die Paralympischen Sommerspiele zudem am gleichen Austragungsort wie die Olympischen Sommerspiele abgehalten.

Bisherige Austragungsorte:

  • 1960 Rom
  • 1964 Tokio
  • 1968 Tel Aviv
  • 1972 Heidelberg
  • 1976 Toronto
  • 1980 Arnheim
  • 1984 Stoke Mandeville & New York
  • 1988 Seoul
  • 1992 Barcelona
  • 1996 Atlanta
  • 2000 Sydney
  • 2004 Athen
  • 2008 Peking
  • 2012 London
  • 2020 Tokio

Wer richtet die Paralympics 2016 aus?

Der Gastgeber der diesjährigen Spiele ist Rio de Janiero. Rio ist damit die erste südamerikanische Stadt, die Gastgeber der Paralympischen Sommerspiele ist.
Neben Rio de Janiero bewarben sich um die diesjährige Austragung Chicago, Tokio und Madrid. Die Mitglieder des IOC (Internationale Olympische Komitee) entschieden am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen, dass die brasilianische Metropole Gastgeber der Olympischen Spiele 2016 und somit auch der Paralympics sein wird.

Die Goldmedaille

Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen war von Goldmedaillen noch keine Rede. Der Sieger eines Wettkampfes erhielt eine Medaille aus Silber und einen Olivenzweig, der Zweitplatzierte die Bronzemedaille und einen Lorbeerkranz. Der Dritte bekam nichts für seine Leistung. Erstmals mit der Olympiade 1904 in St. Louis erfolgte die bis heute übliche Verteilung von Gold für den Sieger, Silber für den Zweiten und Bronze für den Drittplatzierten.
1912, bei den Olympischen Spielen in Stockholm, war das letzte Jahr, in dem die Olympische Goldmedaille wirklich aus purem Gold bestand. Heute umgibt nur eine dünne Außenhülle aus sechs Gramm Gold den inneren Kern der Medaille. Dieser besteht zu mehr als 90 Prozent aus Silber, Kupfer ist der übrige Bestandteil.

Die erfolgreichsten Paralympioniken